Jugi Einsatz in England

Ein gecancelter Flug, eine Reise zum Mount Everest und jede Menge Spass. Mit Langeweile hatten die Teilnehmer des diesjährigen Sommerlagers der Jugi GLZ definitiv nicht zu kämpfen!

Friedrichshafen, Samstagmorgen, 03.30 Uhr. Flug nach Frankfurt: CANCELLED. Mit dieser unerwarteten Nachricht hat der Trip nach England für die Jugendgruppe begonnen. So etwas bereits in den frühen Morgenstunden zu hören, kann leicht schlechte Laune verbreiten, könnte man meinen. Nicht aber bei den 18 Teilnehmern des Jugicamps. Diese machten nämlich das Beste aus der Situation und blieben völlig gelassen. Das alles, trotz anschliessender vierstündiger Taxifahrt nach Frankfurt, 2 Stunden anstehen am Schalter und separaten Flügen. So kamen dann auch die letzten, mit 8 Stunden Verspätung, sehr müde, aber glücklich in der OM Base von Birmingham an. OM (Operation Mobilisation) ist eine Missionsgesellschaft, welche in über 100 Ländern tätig ist und vorwiegend für die Planung des Jugieinsatzes verantwortlich war.

Die Woche stand unter dem Motte LIVE LOUD FOR JESUS – lebe laut für Jesus. In dem vollgepackten und vielseitigen Programm sollte dieses Motto tagtäglich in die Tat umgesetzt werden.

Am Morgen war jeweils Holiday Club, organisiert von einer lokalen Gemeinde, angesagt. Dort wurden jeden Morgen Kinder im Primarschulalter für drei Stunden betreut. Zum Thema «Den Mount Everest mit Gottes Kraft erklimmen» sangen, tanzten und spielten die Jugendlichen mit den Kids, erzählten einander Witze, hörten Bibelgeschichten und bastelten jeden Tag. Viele Kinder stammten aus nicht-christlichen Elternhäusern und kamen durch dieses Programm teilweise das erste Mal in Berührung mit Gott.

Den Nachmittag verbrachte man auf den Strassen Birminghams. Nachdem die Jugi einen Tag Zeit gehabt hatte um zu üben, wurden zwei Tage hintereinander ein Theater aufgeführt und Lobpreis gemacht. Dies brachte einige Passanten zum Stehen und so konnte mit ihnen ein Gespräch begonnen werden. Das Team durfte nicht nur für Menschen beten, sondern mit vielen Muslimen über Jesus sprechen und andere Christen ermutigen.

Obwohl gerade diese Aufgabe wegen der englischen Sprache für manche herausfordernd war, liess es der Heilige Geist nicht zu, dass die Hürde nicht übersprungen werden konnte: «Als ich begann mit den Leuten zu reden, sprudelten die Worte einfach aus meinem Mund heraus. Ich konnte alles sagen, was ich wollte. Sobald der Einsatz vorüber war, musste ich feststellen, dass mein Englisch wieder auf dem normalen Niveau war», erzählte Tamara Torregrossa bei der Besprechung am Schluss des Einsatzes.

An einem Abend hatte die Gruppe das Privileg, die Verantwortlichen des Obdachlosendienstes zu begleiten. Für die meisten war das ein Sprung ins kalte Wasser und rief beim einen oder anderen mulmige Gefühle hervor. Trotzdem machten sie sich mit warmen Getränken und Sandwiches auf den Weg. Sobald sie jeweils an obdachlosen Menschen vorbeikamen, boten sie ihnen Lebensmittel an, redeten mit ihnen und durften zum Teil sogar für sie beten. Es war eindrücklich und zugleich beschämend für sie, zu sehen, wie sich die müden Augen der Obdachlosen plötzlich erhellten und man sie mit wenig so beschenken konnte. Man schenkte ihnen auch Zeit und ein offenes Ohr und gab so Gottes Liebe weiter.

Am Freitagmorgen wurden die Zelte in Birmingham abgebrochen und die Jugendlichen machten sich auf den Weg nach London. Dort verbrachten sie eineinhalb Tage mit Sightseeing und Shopping. An einem Abend konnten sie sogar an der Hillsong Europe Conference mit 15 000 Menschen zusammen Gott bejubeln. Am Samstagnachmittag stiegen sie dann wieder in den Flieger nach Frankfurt. Diesmal verlief der Flug reibungslos und die gesamte Mannschaft kam wohlbehalten wieder zu Hause an.

Diese Woche hat jeden einzelnen Teilnehmer, aber auch die Gruppe als Ganzes, sehr geprägt. Jeder hat gesehen, dass Gott einen nicht im Stich lässt, wenn man für ihn den Schritt aufs Wasser wagt. Die Jugendlichen haben erlebt, wie er sie braucht, um Menschen Glaube, Hoffnung und Liebe zu schenken. Und sie durften erfahren, wieviel Spass es macht, als Familie Gottes unterwegs zu sein.

Nun gilt es, das Erlebte mit in den Alltag zu nehmen und auch dort laut für Jesus zu leben.

Text: NK